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Was ist eigentlich...
...eine angeborene Hüftdysplasie?
Eine angeborene Hüftdysplasie ist eine Reifungsstörung des Hüftgelenks. Zwei bis drei von hundert Neugeborenen sind von einer Hüftdysplasie betroffen. Die Hüftgelenkspfanne ist bei ihnen zu klein oder zu steil ausgebildet, so dass für den kugelförmigen Oberschenkelkopf keine ausreichend große Gelenkpfanne vorhanden ist. Da die Gelenkpfanne dadurch ungleichmäßig belastet wird, kann sie geschädigt werden. Zudem kann der Oberschenkelkopf leicht zur Seite herausrutschen, was als Luxation (Ausrenken) bezeichnet wird.
Früherkennung
Im Säuglingsalter lässt sich eine Hüftdysplasie noch gut korrigieren. Es ist daher wichtig, die Störung früh zu erkennen und zu behandeln. Die Untersuchung auf Hüftdysplasie ist fester Bestandteil der U3-Vorsorgeuntersuchung, die bei jedem Baby in der 4.-6. Lebenswoche durchgeführt werden soll. Bei der körperlichen Untersuchung wird besonderes Augenmerk auf die Beweglichkeit und Stabilität der Hüftgelenke und auf die Beinlänge gelegt. Mit einer Unterschalluntersuchung werden die Reifungsgrade der Hüftgelenke exakt bestimmt. Bei einem Reifungsdefizit kann sofort eine Therapie eingeleitet werden.
Frühbehandlung
Ziel der Behandlung ist es, den Oberschenkelkopf in eine gelenkentlastende zentrale Stellung zu bringen und zu halten. So kann die noch knorpelige Gelenkpfanne nachreifen und sich normal entwickeln. Je früher die Therapie einsetzt, desto erfolgreicher ist sie und desto kürzer dauert sie. Unbehandelt ist dagegen mit Wachstumsstörungen, Schmerzen, Gelenkverschleiß und Behinderungen zu rechnen.
In leichteren Fällen reicht eine konsequente Abspreizbehandlung aus. Dafür bekommen die Babys meist eine Spreizhose, die über der Kleidung angelegt wird und die Beinchen in der Entlastungsstellung abspreizt. Der Behandlungserfolg wird mit Ultraschall regelmäßig alle vier bis sechs Wochen kontrolliert. Bei ausgeprägteren Formen, bei denen der Oberschenkelkopf nicht mehr richtig in der Gelenkpfanne sitzt oder gar herausgerutscht ist, muss der Gelenkkopf zuerst in die richtige Position „eingerenkt“ werden, was einige Tage bis Wochen dauern kann. Daran schließt sich zur Stabilisierung eine mehrwöchige Ruhigstellungsphase des Hüftbereichs an. In seltenen Fällen kann auch eine operative Behandlung notwendig sein.
Weiterführende Informationen
- von Harnack: Kinder- und Jugendmedizin, Springer Verlag, 13. Auflage, 2007
- www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Gesundheit/s_1513.html und www.orthopaedie-homburg.de
- www.orthopaedie-aachen.de/klinikum/de/html/huftdysplasie.html
- www.orthopaedie-aachen.de/klinikum/de/html/huftultraschall.html
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